Die Sporaden-Insel Samos liegt nur wenige Kilometer vor der kleinasiatischen Küste, die – ehemals griechisch – heute türkisches Territorium ist. Die Sporaden, von denen Samos die größte Insel ist, sind eben auch wegen ihrer Nähe zum türkischen Festland beliebte Segelziele. In der Antike war Samos Handelszentrum und oft umkämpft. Während der Belagerung durch die Perser entstand eines der Wahrzeichen der Insel. Es wurde erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt und sollte heute auf keinem Ausflug von der Yacht fehlen. Die Rede ist vom Tunnel des Eupalinos, der im 6. Jahrhundert v. Chr. entstand und sich mehr als 1 km durch den Berg schlängelt. Eine beeindruckende Leistung, wenn man sich die Bedingungen der Zeit vor Augen führt.
Von beiden Seiten des Berges begann die Arbeit. Meter für Meter mühten sich die Griechen durch den Berg. Zwischen acht und fünfzehn Jahren soll es gedauert haben, bis sich die beiden Tunnelenden trafen. Um zu gewährleisten, dass sich die beiden Bergbautrupps nicht verfehlten, ließ Eupalinos in beide Richtungen kurz vor der Hälfte eine Kurve gen Osten schlagen. So war ein Aufeinandertreffen der Tunnelenden – da sie auf der gleichen Höhe angelegt waren – unvermeidbar.
Erst 1882 entdeckte ein einheimischer Abt den Tunnel, auf Basis der jahrtausendealten Beschreibungen des antiken Historikers Herodot. Nach der Fertigstellung versorgte der Tunnel die Inselbewohner mit Trinkwasser. Wer mit der Charter-Yacht durch die Straße von Samos schippert, sollte auf einen Stopp nicht verzichten und sich in den kurzen heute noch zugänglichen Teil des Eupalinos-Tunnels wagen…
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