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MOTORBOOTE

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GLEITER: Sie reiten auf ihrer eigenen Bugwelle, die Heckwelle ist weit hinter ihnen

BOOTSTYPEN


Gleiter oder Verdränger?


Es gibt bei Motorbooten zwei grundsätzlich verschiedene Typen: Den schnellen, über die Wasserfläche dahinfliegenden Gleiter und den langsamen, durchs Wasser pflügenden Verdränger. Schon auf den ersten Blick erkennt man am Konstruktionsprinzip, welchen Typ man vor sich hat: Der typische Verdränger hat eine rundliche Bootsform und sieht von oben betrachtet aus wie ein Auge. Sein Rumpf liegt überall gleichmäßig im Wasser und er produziert sowohl eine Bug- als auch eine Heckwelle.
Seine Höchstgeschwindigkeit ist die sogenannte Rumpfgeschwindigkeit, der durch die Bootslänge eine Obergrenze gesetzt ist, egal wie stark der Motor ist. Sie errechnet sich folgendermaßen: Wurzel aus der Wasserlinienlänge (Länge des Schiffes auf der Wasseroberfläche im unbeladenen Zustand) in Metern mal 4,5. Das ergibt die Höchstgeschwindigkeit in km/h. Dasselbe mal 2,4 ergibt die Höchstgeschwindigkeit in Knoten.

Gleiter hingegen haben ein gerades Heck, ein sogenanntes Abrissheck. Wenn sie leicht genug sind und einen genügend starken Motor haben, können sie ihre Rumpfgeschwindigkeit überwinden und von Verdrängerfahrt in Gleitfahrt übergehen. An diesem kritischen Punkt gelingt es ihnen, ihrem eigenen Wellensystem zu entrinnen: sie schieben sich auf ihre eigene Bugwelle und lassen die Heckwelle hinter sich zurück.
VERDRÄNGER: Pflügt gemütlich durchs Wasser - zwar langsam, aber sparsam im Verbrauch
Ermöglicht wird dies auch durch den besonders konstruierten Bootsboden. Dieser erzeugt beim Gleiten einen teilweise dynamischen Auftrieb, der den Bug trägt. Ein Boot in Gleitfahrt wird also leichter, es verdrängt weniger Wasser als es seinem Gewicht entspricht. Deshalb verursacht ein Gleitbooot in Gleitfahrt auch nur einen geringen Wellenschlag.

Gleichzeitig verringert sich die vom Wasser benetzte Rumpffläche und damit der Reibungswiderstand. Die Konsequenz: Ein Gleitboot kann ein Mehrfaches seiner Rumpfgeschwindigkeit erzielen. Je leichter das Boot im Verhältnis zu seiner Motorisierung ist, umso schneller kommt es in Gleitfahrt. Als Faustregel gilt: nur Boote, die leichter als 16 kg/PS sind, kommen einwandfrei ins Gleiten.

Der Nachteil des Gleiters: Bei rauem Wasser schlägt er ziemlich hart, so dass die Geschwindkeit kaum ausgefahren werden kann. Er braucht einen starken Motor mit entsprechend hohem Brennstoffverbrauch. Der Verdränger hingegen ist zwar deutlich langsamer, kann aber seine Höchstgeschwindigkeit mit einer geringen Motorisierung erreichen und ist dementsprechend sparsam im Verbrauch. Er läuft in rauem Wasser weicher als ein Gleitboot.
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