Balearen Charter: Eine Pier, drei Häuser und Castell - Cabrera ist quasi unbewohntBalearen Charter: Eine Pier, drei Häuser und Castell - Cabrera ist quasi unbewohnt

Charter Balearen: Naturpark

Archipel Cabrera: Ziegeninsel mit Castell

Das Archipel Cabrera vor der Südküste Mallorcas ist ein Highlight vieler Mallorca-Törns. Es besteht aus 18 kleinen und kleinsten Inseln, die allesamt unter Naturschutz stehen und praktisch unbewohnt sind. Cabrera wird auch die "Ziegeninsel" genannt, und das kommt nicht von ungefähr. Eine Horde wilder Ziegen lebte bis vor einigen Jahren hier, die mit ihrem Appetit auf frisches Grün die Insel ziemlich kahl gefressen haben, weshalb das Landschaftsbild felsig und verkarstet ist. Die Ziegen wurden weggebracht, bevor sie die Insel gänzlich abgefressen hätten. Das tut der Attraktivität aber keinen Abbruch.

Es gibt einige schöne Buchten, darunter auch ein sehr großer, gut geschützter Naturhafen, in denen das Wasser so klar und türkis blau ist, dass schon fast karibische Gefühle aufkommen. Aufgrund des Naturschutz-Status ist Fischen und Tauchen nicht erlaubt, was den Schnorchlern umso schönere Ausblicke unter Wasser gewährt. Viele Fischarten sausen munter durchs Wasser oder verstecken sich im wogenden Seegras.
Cabrera war nicht immer unbewohnt: Auf der Insel waren schon Phönizier, Karthager und Römer, und es wird vermutet, dass sie der Geburtsort des legendären Hannibal ist. Im 14. Jahrhundert wurde über der Hauptbucht eine Burg zum Schutz vor Piratenüberfällen errichtet. Die kann noch heute bestaunt werden - allerdings muss man für die Nahansicht einen mitunter recht schweißtreibenden Aufstieg hinter sich bringen. Belohnt wird man bei gutem Wetter mit einem Blick bis hinüber nach Mallorca (8 SM bis Colonia de Sant Jordi), und mitunter wunderschönen Sonnenuntergängen. Während des ersten Weltkrieges wurde auf dem Archipel eine Garnison errichtet, auch die besteht noch heute. Cabrera ist zum Teil militärisches Sperrgebiet, weshalb nur ein Teil erkundet werden kann. Sehenswert ist - außer Festung und Garnison - auch die Cova Blava ("Blaue Grotte"), eine 160 m lange und 50 m breite Höhle an der Nordseite der Cala Gandulf, die durch Reflexionen auf sandigem Grund wunderschön blau schimmert. Zugänglich ist sie nur vom Meer - mit Ausflugsbooten und mit dem Dinghy.

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Wer mit der eigenen Yacht über Nacht auf Cabrera bleiben will, braucht eine staatliche Genehmigung. Diese ist kostenlos, muss aber vorher beantragt werden. Auf Anfrage erledigt das der Vercharterer. Aufgrund der hohen Nachfrage werden in der Hauptsaison im Juli und August nur 1 Nacht gewährt, im Juni und September maximal 2 Nächte, ansonsten bis zu 7 Nächte. Für das Permit muss man sich auf einen bestimmten Termin festlegen, Pass und Lizenz des Skippers vorzeigen, dann organisiert die Charterbasis den Rest. Am besten 1-2 Monate vor Törnbeginn Bescheid geben.
Auf Cabrera darf man nicht ankern, sondern macht an einer der 50 Mooringbojen fest. Tagesbesucher brauchen keine Genehmigung, sie können einfach an einer freien Boje festmachen. Die muss man aber bis spätestens 19 Uhr für die Nachtlieger mit Permit freimachen. Der Haupttreffpunkt ist eine kleine Bar in Es Pol auf der Hauptinsel, hier gibt es Kleinigkeiten zu essen und zu trinken und das vermutlich einzige Telefon der Insel. Einen Laden oder ähnliche Versorgungseinrichtungen gibt es aber nicht - Chartercrews müssen alles mitbringen, was sie brauchen.


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