IJsselmeer Bootscharter - Bei Windstärken 6 bis 7 sollte man das IJsselmeer nicht unterschätzen

Familienfreundlich und gemütlich – außer bei Sturm

Das IJsselmeer ist sicherlich eines der besten Übungsreviere für das Seesegeln – aber leicht zu unterschätzen. Vor allem Nordsee-Segler, Mittelmeer- oder Ostsee-Skipper meinen, für diesen Teich brauchten sie ihre Seemannschaft nicht auszupacken. Schwerer Irrtum! Schon viele haben hier ihr Leben gelassen, weil sie in dem “Teich” nachlässig waren.
Früher, zu Zeiten der “Vereinigten Ostindischen Kompanie” um 1700, als Holland durch seine Kolonien und den Handel mit fernen Ländern reicht wurde, lagen vor der Küste bei Texel die Schiffe mit Gewürzen, Stoffen und anderen Reichtümern aus Übersee. Aus den Schiffen wurden die kostbarsten Waren ausgeladen und mit kleineren Booten in die Häfen an der Zuiderzee und nach Amsterdam verschifft. Häfen wie Enkhuizen und Stavoren, Hindeloopen und Hoorn haben damals völlig anders, viel betriebsamer ausgesehen. Und sie waren See-Häfen, mit Tide – und unbeschreiblichem Elend nach Sturmfluten, in denen das Meer in die Enge Bucht hineindrückte und das Land überschwemmte, ja wegriss.

IJsselmeer Bootscharter - Bei Windstärken 6 bis 7 sollte man das IJsselmeer nicht unterschätzen

IJsselmeer Charter: Enkhuizen – Der kleine Hafen ist typisch für viele Häfen im IJsselmeer

Das IJsselmeer, die ehemalige „Zuidersee“, ist nur durch den 30 km langen Abschlussdeich von der Nordsee getrennt. Das reicht jedoch, um das Revier zu einem abgeschlossenen Binnensee zu machen. Mit 60 km Länge und ca 20 km Breite ist er in etwa so groß wie der Bodensee. Er ist überall sehr flach: die Wassertiefe beträgt lediglich 4,5 bis 6 Meter. Im Süden, zwischen Enkhuizen und Lelystad, gibt es einen weiteren Damm. Er trennt das IJsselmeer in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Letzterer wird auch Markermeer genannt. Auch hier befinden sich, wie beim Abschlussdeich, an beiden Enden Schleusen. Die Küstenlinie ist 210 km lang und beherbergt 25 Häfen, zum Teil mit Verbindung zum Binnenwassernetz.

IJsselmeer Charter - Enkhuizen: Der kleine Hafen ist typisch für viele Häfen im IJsselmeer

IJsselmeer Bootscharter: Bei Windstärken 6 bis 7 sollte man das IJsselmeer nicht unterschätzen

Auch Fischereihäfen wie Urk haben ihre Geschichte zu erzählen. Einstmals eine Insel, heute Teil des Festlandes, blickt Urk auf lange Fischerei-Tradition zurück. Ihre Fangflotte – grüne Rümpfe mit dem berühmt-berüchtigten Schriftzug „UK“ – lehrte so manche andere Nation das Fürchten. Zum Beispiel die Isländer, als die Urker verbotener Weise dort oben im Norden fischten, die isländische Marine sie aber nicht erreichen konnte, weil die Urker so starke Maschinen eingebaut hatten…. Aber das sind alte Geschichten. Es lohnt sich allemal, sich mit der Historie der alten Häfen ein wenig zu beschäftigen – man bekommt sofort einen anderen Blick für die kleinen Städtchen.
Nach der Eindeichung des Ijsselmeeres wurde in dem so entstandenen Binnenbereich Land gewonnen durch Polder, und das Gewässer entwickelte sich zu einem Segel-Zentrum. Doch das IJsselmeer ist nicht einfach ein Binnensee: Hier baut sich bei Gewittern oder Tiefdruck-Sturm eine kurze Welle auf. Die kann Boote vor allem bei unerfahrener Crew daran hindern, bei der Wende durch den Wind zu gehen. Und bei den vielen Sänden, die es hier gibt, läuft man leicht auf Grund.
Außerdem drückt der Wind das Wasser weg – wirklich! Bei Westwind ist auf der Ostseite des Ijsselmeers ein leicht höherer Wasserstand, und umgekehrt. Dass das Wasser kalt ist und jemand schnell an Unterkühlung sterben kann, weil er von Unerfahrenen nicht rechtzeitig gerettet wird, ist wohl auch klar…
Alles in allem: Das Ijsselmeer ist ein Charter-Revier mit wunderschönen kleinen Häfen, die schnell in einem Tagestörn erreichbar sind, ideal zum Üben – und einfach schön zum Segeln. Auch für Familien mit Kindern ist es ideal, weil die Kleinen abends wieder in einem neuen Hafen sind und Neues begucken können. Wer noch weiter will, fährt bei den Schleusen raus zur Wattensee und zu den Inseln. Aber das ist eine andere Geschichte…

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