IJsselmeer Jachtcharter - Rechts und links neben den Kanälen sind Blumenwiesen

Über die friesischen Meere

Über das Ijsselmeer vor der Ausfahrt von Stavoren Buitenhaven fegen harte Böen – „da draußen sind neuneinhalb“, sagt trocken unser Vercharterer. Hier in der Marina Stavoren – die binnen liegt, hinter der Johan Friesosluis – messen wir immer noch gute sechs Windstärken in der Abdeckung. Wir haben ein Acht-Meter-Boot gechartert, zum ersten Mal wollen wir nur zu Zweit segeln. Aber der Hack jetzt da draußen, der ist mir von früheren Törns bekannt. Ich bin mehr als 1000 Seemeilen hier gesegelt und kenne die kurzen steilen Wellen von Windstärken zwischen fünf und zehn. Das muss nicht sein. Wenn es so weht, sollte man besser „binnen“ segeln gehen und über die Kanäle und Friesischen Seen motoren.

IJsselmeer Jachtcharter - Rechts und links neben den Kanälen sind Blumenwiesen

IJsselmeer Charter: Rechts und links neben den Kanälen sind Blumenwiesen

Es soll alles ganz entspannt gehen, meine Lebensgefährtin ist in diesem Mai schließlich erst zum zweiten Mal auf einer Segelyacht. Also erst mal mit dem Boot vertraut machen, die Technik und die Rollsegel sind okay, die Gib Sea ist 7,90 Meter lang, hat Steh-Höhe (!) und ist für zwei Personen kuschelig bequem (mit Heizung, klar). Wir legen ab, gehen aus der gut geschützten Marina Stavoren über den Kanal Richtung Heeg, unserem Ziel für den ersten Tag heute – etwas mehr als 10 Kilometer. Durch die Warnservaart geht es mitten durch die Wiesen. Das ist das Schöne in Friesland: Backbord und Steuerbord blühen die Blumen in tiefgrünen Wiesen, kreischen die Uferschnepfen.
Die Öffnungszeiten der Schleusen und die Signale stehen alle im „Wateralmanak“ Band 1 und 2. Die sind zwar an Bord, aber einen zu Hause schon zu kaufen und sich einige Routen vorher mal anzusehen, ist nicht verkehrt. Die Warnservaart heißt auch „Johan Frieso Kanaal“ und ist breit genug für Berufsschiffe – Jollen können hier sogar kreuzen, und das tun sie auch! Also Vorsicht vor den „Valks“ – die gehören meist zu Segelschulen und kreuzen nicht immer wie erwartet …
Und dann die Brücken: Weil sie nicht offen sind, müssen wir in den kommenden Tagen schon mal vor der Brücke an den Dalben anlegen. Wir haben aber gute Sechs von der Seite … Also Vorsicht: Auch so eine Kanalfahrt ist keine Kuchentörn, und man sollte sich schon mal Gedanken gemacht haben, wie man bei auflandigem Wind von den Dalben wegkommt, wenn die Schleuse oder die Brücke aufgeht. Übrigens sind die oft so hoch, dass man mit einem kleinen Boot noch drunter durchkommen kann.

IJsselmeer Yachtcharter - Das berühmte Wassertor in Sneek

IJsselmeer Yachtcharter: Das berühmte Wassertor in Sneek

Dann geht es auf die weite Wasserfläche „Fluessen“. Hier ist es fast überall tief genug für eine Yacht mit 1,50 Meter Tiefgang. Mit dem Heeger Meer zusammen bildet Fluessen eine weite Wasserfläche zum Segeln – auch bei sechs. Wir haben sie allerdings auch bei mehr als 30 Knoten erlebt, und dann sind die Wellen hier erstaunlich!
In Heeg gehen wir mit „voll voraus“ in die bei sechs sehr kabbelige Einfahrt des kleinen Hafens Heegerwaal, ein schöner kleiner Hafen, nach Backbord aus dem Fahrwasser heraus. Die Stadt ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Heeg hat viel von seiner Geschichte als Aalfänger-Stadt erhalten. Durchzogen von Kanälen, bietet es Restaurants und Kneipen direkt am Wasser, hier kann man auf der Terrasse einen riesigen „Uitsmijter“ verdrücken oder Kaffee trinken. Bier auch, klar.
Wer nach Heeg hineinfährt oder heraus Richtung Sneek, muss sich strikt an die Betonnung halten. Wir fahren weiter über den Johan Friesokanal nach Sneek. Auf dem Weg dorthin begegnen uns etliche Berufsschiffe. Meist geht das gut – aber denken Sie dran: Die Kähne haben Vorfahrt! Nahezu immer! Und manche Skipper machen sich auch den Spaß, die deutsche Yacht ein wenig an den Rand des Kanals zu drängen…
Sneek ist eine kleine, aber betriebsame Stadt. Das berühmte Wassertor ist übrigens erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut worden, aber die Stadt selbst ist ein uraltes Handels-Zentrum. Deshalb lohnt sich auch ein Besuch des Fries Scheepvaart Museums, der Weg dahin ist ausgeschildert. Außerdem besorgt man sich sowieso am besten gleich einen Stadtplan beim VVV.
Unser nächstes Ziel heißt Lemmer. Von Sneek sind wir über den Jeltesloot und den stark befahrenen Prinses Margriet Kanaal gefahren, eine Schifffahrtsstraße. Auf den Kanälen darf nur gesegelt werden (am besten nur raumschots), wenn der Motor mitläuft. Wer in Lemmer im Stadtkanal oder Stadswateren, also mitten in der Innenstadt liegen will, muss gegen Mittag da sein. Denn Lemmer ist einer der beliebtesten Häfen am Ijsselmeer, Ausgangspunkt vieler Törns und Heimathafen ganzer Flotten von Charterbooten. Und Liegen im Päckchen gibt es in Stadtkanal nicht. Dennoch ist Lemmer immer eine Reise wert.
Abends im Kanal – das heißt: Vom Boot aus auf den Kai steigen und in wenigen Schritten in einem Café sein. Gemütlich Kaffee trinken und den Flaneuren Lemmers zusehen. Oder den Booten und Yachten, die durch die „Oude Sluisbrug“ in die letzte Schleuse vor dem Ijsselmeer, die schöne alte „Lemster Schleuse“ wollen. Hier liegen, heißt gemütlich im wundervollen Abendlicht ein Buch lesen, heißt morgens frühstücken und dabei dem Leben vor den Geschäften zusehen – ohne Gefahr, dumm angesprochen zu werden. Das ist uns in Lemmer noch nicht passiert.
Yachten können zwischen der „Flevobrug“ und der Oude Sluisbrug festmachen, der oder die Hafemeisterin kommt schon vorbei. Und mit Yachten meinen wir Yachten: Neben uns und einem etwa 70 Jahre alten holländischen Skipper mit seinem stählernen Motorboot hat einmal eine 20-Meter Motoryacht festgemacht und uns dafür verscheucht. Doch davon später. Große Yachten sind hier allerdings selten. Von dem oft zitierten unruhigen Wasser und dem Schwell haben wir auch nicht viel bemerkt. Die Binnenschiffe fahren schon seit vielen Jahren nicht mehr durch die kleinen Schleuse der Innenstadt, sie benutzen den Prinses Margriet Kanaal und die große Schleuse. Allerdings macht ein Rundfahrt-Boot hier regelmäßig fest – aber keine Sorge, auch wenn immer nur ein Meter fehlt – die Skipper können fahren.
Als Innenstadt-Liegeplatz ist die Seite gegenüber der schönen alten Kirche vorteilhafter: Hier ist der Weg auch kürzer zum hervorragenden Fischhändler, kurz vor der alten Brücke rechts. Aber Achtung: Hier stehen Bäume, und vor dem Anlegen ist ein Blick nach oben in die Äste durchaus angebracht. Windanzeiger und Antennen nehmen grünes Laub sehr übel… Wer Toiletten und Duschen benutzen will, muss auf die Seite der Kirche, die nördliche Seite des Kanals. Das Haus sieht nicht besonders aus, aber die Duschen und Toiletten sind sauber.
Lemmer hat insgesamt sieben Sportboot-Häfen, etliche liegen mit Charterflotten am Kanal nordwestlich der Flevobrücke. Vom Ijsselmeer kommend, liegt gleich backbords hinter dem grünen Festfeuer der Einfahrt die Marina Friese Hoek mit vielen Service-Betrieben, allerdings ein wenig ab von der quirligen Stadt. Übrigens gab es in Lemmer an der Oude Sluisbrug vor etlichen Jahren die erste und einzige Kneipe am Ijsselmeer, die Altbier verkaufte. Sie wissen ja, das Bier der Düsseldorfer. War ziemlich voll – die Kneipe. Aber sie war ja auch ziemlich klein…
Als der Wind denn günstig steht und nicht zu hart bläst, geht es von Lemmer hinaus aufs IJsselmeer. Mögliche Routen von hier aus für einen Törn sind nach Süden in das alte Fischerstädtchen Urk, oder hinüber nach Enkhuizen, oder die Küste hinauf nach Stavoren oder Hindeloopen. Geht alles, hängt aber vom Wind, vom Boot und von der Crew ab. Von Lemmer nach Enkhuizen sind es 18, nach Hindeloopen 22 Seemeilen.
Wir gehen, weil`s länger und so schön ist, zum schönen Hindeloopen. Dazu müssen wir zuerst durch die Schleuse. Keine Sorge, wenn man noch wenig Übung im Schleusen hat: das wichtigste sind der Blick auf die Nachbarn und eine gute Portion Gelassenheit! In den meisten Schleusen am IJsselmeer reicht ein leichtes Festmachen, eher ein fest halten, weil der Höhenunterschied sehr gering ist. Man sollte auch nicht mit zu viel Fahrt in die Schleuse gehen, besser weiterhangeln, als einem anderen reinbrummen!
Berufs-Schiffe sind selten, aber wenn sie einem begegnen: Jetzt richtig festmachen, mit Leine auf Slip. Man achte auf das Schraubenwasser, besonders wenn man hinten liegt: Wenn der Pott vor einem richtig loslegt, drückt es einen selbst weg. Also nicht zu früh loswerfen, abwarten, bis der Dicke ein Stück raus ist, und dann beherzt mit Gas hinterher. Es gibt in Friesland und in Holland noch Schleusen, bei denen der Schleusenmeister den ankommenden Schiffen an einer Art Angel einen Holzschuh hinhält – also keinen Socken, sondern mehrere Euro reintun. Die dienen oft dem Erhalt der meist historischen Schleusenbauten.
Wer Lemmer verlässt oder ansteuert, kommt unweigerlich an einer der gefährlichsten Untiefen des Ijsselmeers vorbei, dem „Vrouwezand“. Er ist gut ausgetonnt, aber bei Nebel nutzt das gar nichts. Die Tonnen liegen manchmal fast eine Seemeile auseinander. Und auch mit GPS sollte man das Flach nicht unterschätzen! Steht der Wind aus Südwest oder West, gerät man auch hier im IJsselmeer auf Legerwall. Und das kostet fast immer das Boot, wenn hier etwas passiert – oder Schlimmeres. Viele Yachten sind hier aufgelaufen und auf den harten Sandbänken zertrümmert worden. Also immer gut Abstand halten. Und bei Gewitter hat man hier nichts zu suchen: ab nach Enkhuizen, raus mitten aufs IJsselmeer oder in einen Schutzhafen – Hauptsache nicht auf Legerwall!
Der Vrouwezand hat seinen Namen der Sage nach von der Frau von Stavoren, die wohl sehr hartherzig war. Aus Wut über ein an sich kostbares Geschenk, dass sie nicht zu schätzen vermochte – eine Schiffsladung Getreide – ließ sie das Korn in die Zuiderzee kippen. Eine andere Sage erzählt allerdings eine andere Geschichte, ein gefährlicher Sand war jedenfalls immer die Folge…
Wer in weiten Bogen um den Vrouwezand herum segelt und Kurs nach Norden nimmt, kommt zur weit draußen liegenden Ansteuerungstonne von Hindeloopen und Workum. Von hier aus geht es wegen der untiefen Umgebung unbedingt genau im Fahrwasser nach Hindeloopen. Man muss sich von der äußeren Hafen-Mole im Westen fern halten, da liegen dicke Steine rum. Ist man im Gemeindehafen, eine Art Vorhafen, dreht man backbords ab und macht zum Anlegen an Steuerbord fertig, an der Tankstelle. Dort residiert der Hafenmeister, der in dem Gewusel von Hindeloopen einen Liegeplatz anweist.
Hindeloopen ist seit dem 14. Jahrhundert eine Hansestadt, einst sehr reich durch den Handel mit Ostsee-Häfen. Wenn man aus dem Hafen heraus rechts herum Richtung Ort und Deich geht, kommt man an der altertümlichen Schleuse vorbei – und der berühmten „Leugenbank“: Unter einem kleinen Dach sitzen heute noch Alte und Junge und beobachten die einlaufenden Yachten. Am Deich steht das alte Haus des Rettungsbootes, jetzt zu einem kleinen, sehr netten Museum über die Rettungs-Schiffer von Hindeloopen ausgebaut. Die modernen, mehr als 70 km/h schnellen Rettungsboote der Niederländer liegen am Fuße des alten Schuppens. Hier am Deich findet man auch einfache und gute Restaurants, ein Gang durch die alten Gassen mit den niedrigen Häsuern lohnt sich allemal. Wandert man von hier Richtung Süden am kleinen Entwässerungskanal entlang, trifft man bald auf ungewöhnliche Beispiele einer ideenreichen Architektur für Einfamilienhäuser. Einen Supermarkt gibt’s auch, und der moderne Yachthafen bietet neben Duschen auch ein Schwimmbad sowie einen Waschsalon und eine Werft mit Bootslift.
Wer vor der Einfahrt nach Hindeloopen, an der rot-grün-roten Tonne „H2 – W1“ nicht gen Süden nach Hindeloopen abbiegt, kann auch den Teil „W 1“ der Tonne nehmen, nämlich die Fahrrinne nach Workum. „Rinne“ ist hier wörtlich zu nehmen, denn kurz vor dem Land ist es backbords und steuerbords sehr flach. Durch das Schilf und Gras erreicht man bald das Fahrwasser Het Zool. An diesem Kanal finden sich bis ins Städchen hinein etliche Yachthäfen.
Auch Workum erlebte im 17. und 18. Jahrhundert, wie so viele Städte an der früheren Zuidersee, seine Blütezeit. Von hier aus fuhren die Aalfischer bis nach London, und auch in Workum blühte der Handel mit Gütern der Kolonien und des fernen Asiens. Im Städtchen ist inzwischen viel renoviert worden, am Markt zeugen einige alte Häuser und auch die beiden imposanten Kirchen noch von alten Handelszeiten. Wer entlang des Kanals zur IJsselmeerküste wandert, kann außerdem wieder einige aufblühende Werften erleben, die traditionelle Holzboote, wie unter anderem die „Aak“, bauen. Ein Blick lohnt sich immer – zu den unterschiedlichen Bootsformen Frieslands und Hollands kommen wir aber später – es sind Dutzende Schiffsformen, die sich im Laufe der Jahrhunderte für die speziellen Zwecke herausgebildet haben. Workum ist übrigens einer der großen Yachtcharter-Zentren am Ijsselmeer, dort reiht sich ein Yacht- und Charterhafen an den anderen.
Am nächsten Tag geht es von Workum nach Enkhuizen, einer Jahrhunderte alten Stadt mit großer Seefahrts-Tradition. Nach der engen Ausfahrt bis zur rot-grün-roten Tonne „H2 – W1“ erwartet uns ein Törn fast über die ganze Länge des nördlichen IJsselmeers. Und da gleich ein Wort zum Wetter: Man nehme das Wetter auf dem IJsselmeer ernst, auch wenn es ein Binnen-Meer ist! Es wird – vor allem von Seglern, die mit ihrer Erfahrung protzen wollen – viel Unsinn über den angeblichen „Ententeich“ geredet. Wenn es hier mit sieben und mehr weht, braucht man Erfahrung – und wie.
Sogar eine der größten Fachzeitschriften hat in den letzten Wochen sinngemäß geschrieben, wenn es auf dem IJsselmeer mit sieben kachelt, kann man getrost noch auf den Kanälen segeln. Bloß nicht! Ganz abgesehen davon, dass niemand auf den Känalen bei sieben herumkajolen darf: Eine Yacht bei sieben, die sich in einer Böe weglegt, aber leider stehen da Bäume am Ufer dem Mast im Weg, und anluven ist nicht, weil auf der anderen Seite ein größerer Kahn das Fahrwasser versperrt. Oder eine Jolle, die anluven will, aber nicht kann, weil neben ihr ein Berufsschiff keinen Platz mehr bietet … Na? Alles Klar? Man sollte also auf keinen Fall versuchen, solchen geschriebenen oder erzählten Unsinn nachzumachen, sondern fährt stattdessen unter Motor. Das ist auch Seemannschaft. Und das Theater um eine abgeknickte Palme dient dem gelungenen Urlaub ganz und gar nicht…
Also auf nach Enkhuizen. Ein wunderschöner Ort ist das, dieses Enkhuizen, in dem zu Zeiten der Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC) im 18. Jahrhundert große Reichtümer aus Übersee verladen wurden. Der Ort ist seit 1335 Stadt, war Flottenstützpunkt der VOC und eine der reichsten Städte zu dieser goldenen Zeit der Niederlande. Am Compagnieshaven, steuerbords nach dem Einlaufen in Richtung Schleuse im „Krabbersgat“, sieht man noch Häuser aus dieser Epoche.
Man kann in Enkhuizen in der Nähe der „Braunen Flotten“, den traditionellen Charterschiffen mit ihren braunen Segeln, festmachen. Wir haben allerdings immer den Compagnieshaven bevorzugt. Man fährt den „Kanal“ im Yachthaven bis hinunter in die südwestliche Ecke und spitze dann die Ohren: Der Hafenmeister sagt den Liegeplatz per Lautsprecher durch! Wenn es nicht so voll ist, liegt man zwischen den Yachten und hört abends vielleicht die Enten oder andere Wasservögel um das Boot herum schnattern, beobachtet in der frühen Dämmerung noch einen Haubentaucher, und höret den Grillen zu. Wenn es nicht zu voll ist…
Enkhuizen hat vier Häfen – und immernoch wird gebaut und erweitert, die braune Flotte bekommt einen eigenen Hafen. Im Schatten des „Drommedaris“, eines mächtigen, 1540 an der damaligen Hafeneinfahrt gebauten Turms, in dem im Sommer in seinen Kneipen mächtig was abgeht, liegt man im Päckchen, manchmal zehn nebeneinander, hier liegen außerdem noch die Klipper und Tjalken, die „Braune Flotte“ und die „Zeilvaart Enkhuizen“.
Keineswegs auslassen darf man in Enkhuizen – außer einem Stadtbummel durch eine der am besten erhaltenen Städte am IJsselmeer – das „Zuiderzee-Museum“, das direkt neben dem Compagnieshaven liegt, und das „Buiten“- (Freilicht-) Museum, in dem ein Dorf mit allen Haustypen an der ehemaligen Zuiderzee nachgebaut wurde. Viele streiten sich darüber, ob nun Enkhuizen oder das berühmte Hoorn im südlichen IJsselmeer die schönere alte Stadt ist – wir mögen beide sehr gern, zum Segeln ist aber nun mal das nördliche IJsselmeer schöner als das Markermeer, finden wir.
Von Enkhuizen sind es nur 11 Seemeilen bis nach Hoorn, einer reichen und sehr gut erhaltenen Stadt am Ijsselmeer. Nach dem Bau des Abschlussdeichs an der Zuiderzee, die damit zum IJsselmeer wurde, wurde 1932 auch Hoorn zum Binnenhafen. Im 17. und 18. Jahrhundert war es eine reiche Handelsstadt, ein Hafen der Ostindischen Compagnie, der Mutter aller Multinationalen Unternehmen. Heute ist Hoorn nur noch durch die große Schleuse bei Enkhuizen zu erreichen, die „Krabbersgatsluizen“. Von dort geht es durch das Markermeer nach Hoorn oder Volendam, nach Monnickendam oder zum schönen Leuchtturm auf Marken. Das Markermeer ist wesentlich geschützter als das nördliche IJsselmeer und flacher – nur 2,80 bis 3,90 Meter.
Die „Waag“ in Hoorn am Platz Rode Steen ist heute ein schönes und gutes Cafe mit Blick auf das Denkmal von Pieterszoon und die alten Kaufmanns- und Handelshäuser rund um den jüngst umgebauten Platz. Im Innern der Waag stimmen alte originale Waagen-Geräte und Utensilien den Besucher auf die Zeit ein, als hier Ballen von kostbarem indischen Stoff oder Gewürze gewogen wurden. Reichtümer der damaligen Zeit. Berühmt wurde Hoorn in aller Welt natürlich durch den holländischen Seemann und Kapitän Willem Schouten, der als erster um die Südspitze Südamerikas segelte und die Insel zum Kap nach seiner Heimatstadt umtaufte: Kap Hoorn – interessanterweise findet sich diese Schreibweise auf kaum einem Atlas, denn fast überall wird das Kap als Cabo de Hornos oder Cape Horn (mit einem O) bezeichnet.
Am Eingang zum alten Hafen, dem Binnenhaven hinter dem Vluchthaven, steht das schöne Hoofdtoren, das den Hafen bewachte. Grashaven und Vluchthaven sind die Yachthäfen. Der Vluchthaven ist allerdings ziemlich flach mit 2,50 Meter – für die meisten wird’s aberwohl reichen. Am nächsten Tag sind wir dann in einem schönen großen Schlag zurück nach Stavoren gesegelt, unserem Heimathafen. Wir haben einen wunderbaren Törn hinter uns, haben uns gemütlich Zeit gelassen für all die netten Städtchen auf unserem Weg. Eine haben wir allerdings ausgelassen: Amsterdam. Diese faszinierende Metropole wollen wir bei unserem nächsten Törn in diesem schönen Revier besuchen.

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