Spanien

Yachtcharter in Spanien bedeutet 1.700 km Mittelmeerküste mit eindrucksvollen Landschaften, schroffen Gebirgen und Steilküsten, sowie wunderschöne Sandbuchten und Olivenhainen. Ob Ihr eine geschützte Ankerbucht, ein lauschiges Fischerörtchen oder eine moderne Marina bevorzugt hier werdet Ihr fündig. Überall ist die Infrastruktur gut ausgebaut und das Wetter lädt ganzjährig zum Segeln, Baden und Genießen ein. Technisch ist das Revier als einfach einzustufen und auch die Windverhältnisse sind zumeist ausgeglichen.

Sardinien Bootscharter: Das intensive Licht lässt alles erstrahlenSardinien Bootscharter: Das intensive Licht lässt alles erstrahlen

Yachtcharter Sardinien: Törnbericht

Dieses besondere Licht, das alle Farben leuchten lässt...

Wir sind ein eingespieltes Team: Unsere Männercrew geht schon seit vielen Jahren gemeinsam segeln. Natürlich waren wir gespannt, was unser bevorstehender Frühjahrs-Segeltörn in Sardinien bringen würde - das Revier war für uns alle Neuland. Gleich vorneweg: Der Törn war geprägt von Segelphasen wie aus dem Bilderbuch und erholsamen Verweilen in beeindruckend schönen Buchten. Die Seele konnte baumeln. So war neben sportlichem Segeln auch genügend Zeit für Erholung und Urlaub.

Eigentlich glaubten wir schon fast alles erlebt und ersegelt zu haben. Dieser Törn war jedoch ein Highlight, wie wir es uns zwar erträumt aber kaum erhofft hatten. Die Erlebnisse und Eindrücke waren so vielfältig, dass ich sie im folgenden den wichtigsten Kriterien zuordne, die das Gelingen eines Segeltörns ausmachen:
Das Schiff: Nach anfänglicher Skepsis stellte sich heraus, dass unsere Bavaria 44 mit dem Namen Arcturus wirklich brandneu war (Baujahr 2004) und wir als zweite Crew diesen Segler fahren durften. Alles war perfekt und funktionierte ohne Einschränkungen. Offensichtlich hat Bavaria im Zuge der Modellpflege noch einige Verbesserungen eingebracht. Das Schiff lief auf jedem Kurs und bei jedem Wind glatt und schnell. Fehlendes Zubehör wie Strom- und Wasseradapter, Wäscheklammern und eine zu kleine Kaffeekanne waren angesichts der hervorragenden Gesamteigenschaften des Schiffs leicht zu verschmerzen und dank der Kreativität der Crew schnell kompensiert.
Das Segelrevier: Nordsardinien, Südkorsika und umliegende kleinere Inseln sind ein schönes und interessantes Revier, das neben seinen landschaftlichen Reizen auch immer wieder navigatorische Herausforderungen bietet. Schon von der Meeresseite zeigen die bergigen Inseln einen Teil ihrer Schönheit. Mit Büschen und Sträuchern bewachsene Regionen wechseln mit steilen Klippen und einer Architektur, die erahnen lässt, dass man hier früher nur als Pirat überleben konnte.
Dank der Empfehlungen unseres Vercharterers liefen wir jeden Tag neue, schöne Orte an. Highlights waren Bonifacio auf Korsika, der Hafen Poltu Quatu und die traumhaften, leuchtend türkisfarbenen Buchten, die zum Ankern und Schwimmen einluden. Diesen einmaligen Farben verdankt die Region ihren Namen „Costa Smeralda“.
Das Wetter: Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Fast jeden Tag schien durchgängig die Sonne. Der Wind kam ab ca. 10 Uhr aus wechselnden Richtungen in einer Stärke zwischen 3 und 6 Bft auf und legte sich gegen Abend wieder. Die Temperaturen bewegten sich zwischen 15 und 20°C, die Sonne war kräftig und der Wind hielt mit seinem Erfrischungseffekt den Rudergänger jederzeit wach. Auf den Punkt gebracht: Ideales Segelwetter.

Sardinien Charter: Typisch mediterran - Lebensfreude ist wichtiger als materieller Wohlstand oder technische PerfektionSardinien Charter: Typisch mediterran - Lebensfreude ist wichtiger als materieller Wohlstand oder technische Perfektion

Infrastruktur & Ambiente: Die Infrastruktur der Costa Smeralda ist für Segler gut ausgeprägt. In fast jedem Hafen gibt es eine Marina und einen Supermarkt für die wichtigsten Einkäufe. In kleinen Häfen sind diese Einrichtungen jedoch erst zur Hauptsaison geöffnet. Da diese bei unserem Törn noch nicht eingesetzt hatte, gab es zeitweilig kleine Engpässe. Vorteil war jedoch die angenehme Ruhe und das Ausbleiben übermäßigen touristischen Trubels. Das Ambiente ist mediterran mit einem speziellen Touch der Costa Smeralda: Die geografisch Breite (südlich von Rom) taucht die Inseln in das intensive Licht, das alle Farben leuchten lässt und für Mitteleuropäer den Zustand „Urlaub“ signalisiert.
Die Ursprünglichkeit von Lebensweise und Kultur haben sich bewahrt und stehen Interessierten offen. In den Städten pulsiert das mediterrane Leben ohne für den Besucher aufdringlich zu wirken. Man spürt, dass Lebensqualität weit mehr ist als materieller Wohlstand und technische Perfektion. Die Menschen sind ruhig, freundlich, hilfsbereit und in keiner Weise affektiert. Den Abend in Bonifacio haben wir mit Salami, Käse, Oliven, Baguette und Rotwein (alles lokale Spezialitäten) an Bord vor der großartigen Kulisse von Hafen und Zitadelle genossen.
Beim frühmorgendlichen Einkaufs in Sta. Teresa wurden zwei Crewmitglieder vom Patron in seinen winzigen Laden zum Probieren sardischer Spezialitäten eingeladen. Beim Hinweis darauf, dass wir die Waren ca. 3 km zu unserem Schiff (in Badelatschen) tragen mussten, zeigte er freundliches Verständnis dafür, dass wir nur begrenzte Mengen einkaufen konnten.
Nicht so erfreulich war unsere Begegnung mit Porto Cervo. Stadt und Hafen werden in der Literatur als „mondän“ und „exklusiv“ beschrieben. Schon ein kurzer Landgang bestätigt diese Einstufung. Allerdings geht mit diesem Ambiente auch eine gewisse touristische Vermarktung einher, so dass sich bei uns hier kein Wohlbefinden einstellen wollte. Ein Hafenmeister (Gummiboot-Jockey) in Porto Cervo fühlte sich offensichtlich durch uns nicht hinreichend beachtet oder gewürdigt und ließ unser Schiff von anderen Yachten „zuparken“. Nur mit den vereinten Kräften der ganzen Crew konnten wir dann unsere Liegeposition verlassen.
Wir liefen am selben Abend Polto Quatu an. Dieser gemütliche, in einem Fjord gelegenen Hafen hat uns so gut gefallen, dass wir dort entgegen unseren Gewohnheiten zweimal übernachtet haben. Die Hafenmeisterei stellte uns einen für den Landanschluss benötigten Stecker kostenlos und ohne Pfandhinterlegung zur Verfügung.
Die Seemannschaft: Die seit mehr als zehn Jahren eingeschworene und bewährte Crew war wieder einmal aufgeräumt und in bester Stimmung. Wahrscheinlich trugen hierzu auch die rundum erfreulichen Rahmenbedingungen bei. Jeder brachte sich ein. Die Schiffsführung war wie gewohnt perfekt und unspektakulär. Die Palette der erfolgreich bewältigten Aufgaben reichte von der technischen Herstellung der Schnittstellen für unterschiedliche Landanschlüsse bis zum „Frühstück aus dem Nichts“. Fazit: Der Törn war nahezu perfekt, alle Parameter stimmten auf den Punkt. In diesem Sinne verleihe ich zum zweiten mal das Prädikat: sailing at ist best!
HARTMUT GIERNALCZYK


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