Italien Charter: Taxi zum Flughafen - Ein Dreirad mit 7 Sitzen und Gepäckabteil

Pontinische Inseln und Costiera Amalfitana

Im Mai war unser Stammkunde Klaus Röder mit einer Crew von fünf Mann und einer Oceanis 411 an der Amalfi-Küste bei Neapel unterwegs. Eine Woche voller Erlebnisse führte sie vom Ausgangshafen auf der Insel Procida über Ventotene, Ponza, Ischia, Amalfi, den Golf von Neapel und Sorrent, Castellammare di Stabia und zurück nach Procida.

Italien Charter: Taxi zum Flughafen - Ein Dreirad mit 7 Sitzen und Gepäckabteil

Italien Charter: Taxi zum Flughafen – Ein Dreirad mit 7 Sitzen und Gepäckabteil

*Unser Boot war eine Oceanis 411 von Spartivento-Charter
*Übernommen auf Procida am Samstag, 12.5.2007
*Crew: Alfred, Sebastian, Heinz, Hermann, Hubert und Klaus
*Die Charter Orga mit Yachtcharterfinder war, wie immer, problemlos
Die Anreise nach Procida gestaltete sich einfach. Direkt vor dem Flughafenausgang Terminal 1 in Neapel fährt der Alibus ab (3 Euro pro Person), der direkt nach Mole Beverello, dem großen Fährhafen von Neapel fährt. Den Bus benutzen fast ausschließlich Touristen. Die Haltestation am Hafen ist oberhalb des Castells , das man noch zu Fuß umrunden muss, um zu den Anlegestellen zu gelangen.

Die Fähre nach Procida benötigt etwa 40 Minuten (12 Euro pro Mann). Fahrpläne hängen aus. Von der Anlegestelle in Procida fährt der Bus L1 alle 20 min zur Marina Ciaoilella quer über die Insel. Die Alternative wäre ein Taxi für etwa 15 Euro. Die Wartezeit kann man mit Blick auf die Haltestelle in einer kleinen Kneipe überbrücken.

Die Übernahme des Bootes gestaltete sich problemlos. Frau Koch von Spartivento wickelt das professionell ab. Kleinere Probleme mit der Genua, die nicht raus wollte, konnten mit Bordmitteln behoben werden. Die Empfehlung von Frau Koch, auf Procida abends ins Ristorante da Mariano zu gehen , erwies sich als goldrichtig.

Am Sonntag morgen um 9 Uhr ging`s dann los Richtung Ventotene, ein Schlag von etwa 27 Meilen bei 2-3-Knoten Wind, ca. 22 Grad und Sonnenschein. Also motoren. Ankunft in Ventotene mit vorherigem Badeaufenthalt (20 Grad Wassertemperatur) in der Bucht an der Westseite und Umrundung der Insel nachmittags um 3 Uhr. Wir haben in der neuen Marina nördlich des schnuckeligen Naturhafens angelegt (5 Euro pro Meter Schiff), da die Platzverhältnisse im alten Hafen nicht gerade berauschend sind. Geht aber auch. Angelegt wird mit Heckleinen und Moorings. Duschen und Toiletten gibt es weder da noch dort. Strom und Wasser verfügbar. Das gilt für alle Marinas während des Törns. Der Ort selbst war noch im Winterschlaf. Jedoch war das wohl beste Ristorante, das Il Giardino, offen, in dem wir nach einem ausgedehnten Spaziergang über die Insel zum Abendessen einliefen. Sehr empfehlenswert!

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Ponza, ein Schlag von etwa 23 Meilen. Der Wind frischte auf, so dass wir nach einer Stunde motoren bei achterlichen Winden zwischen 10 und 15 Knoten die Segel setzen konnten und Ponza gegen 16:00 erreichten. Angenehme Temperaturen bei etwa 22 Grad minimale Bewölkung. Hafengebühr 30 Euro. Uns hat Ventotene besser gefallen. Aber das Personal war sehr freundlich, was übrigens für jeden Hafen während des ganzen Törns galt. Auf Empfehlung sind wir ins Ristorante da Antonio gegangen. Vorsicht !! Nur von der Karte bestellen. Oder den Preis für Fisch vorher aushandeln. Das Essen ist eher mäßig.

Am nächsten Morgen lag der längste Schlag des Törns vor uns. Ponza – Ischia, ca. 45 Meilen. Vom Wind her war es ideal: Achterlicher Wind mit 25 – 30 Knoten, in Böen bis 35 Knoten. Aber die Wellen. Bis zu 3 Meter hoch aus allen Richtungen. Mit je einem Reff in Genua und Hauptsegel ging der heiße Ritt in knapp sieben Stunden nach Forio auf Ischia. In dem netten, kleinen Hafen waren wir die einzigen Touris. Hafengebühr 30 Euro. Angelegt wird mit Moorings und Achterleinen. Nach dem Erkunden der Altstadt und der Besichtigung der Befestigungsanlage ging´s zum verdienten Abendschmaus ins Ristorante Tinia. Mit Schneiderweisse und Pizza ging der Tag zu Ende. Nachts machten wir kaum ein Auge zu, da noch im Hafen die Wellen zu spüren waren.

Unser Abschied fiel uns deshalb leicht. Der Wind hatte etwas nachgelassen, lediglich die Wellen waren anfangs noch kräftig. Bei um die 15 Knoten Wind lief das Boot von selbst den zweiten großen Schlag, etwa 35 Meilen, nach Amalfi. Dort ein super Sevice beim An-und Ablegen. Daniele und seine Crew sind ein kräftiges Trinkgeld wert. Zwar war unser Boot nach dem Spaziergang verlegt, jedoch helfen viele Hände beim Ablegen. Die kleine Marina ist so eng, dass man die Hilfe gerne annimmt. Es wird mit Bug- und Heck-Moorings gearbeitet. Hafengebühr 70 Euro.

Auf jeden Fall den Dom besichtigen. Wer Lust hat, kann über ein kleines, pittoreskes Gässchen durch die zwei Orte den Nachbarort in etwa 15 Min. zu Fuß erreichen. Unterwegs wunderschöne Ausblicke. Kommt man nach 18 Uhr an, ist für zwei Stunden Happy Hour in den zwei Kneipen am Marktplatz. Das kleine Strandrestaurant La belle Sirene direkt hinter der Hafenmauer in Amalfi bot uns die nötige Stärkung nach dem langen Segeltag und dem Spaziergang zum Nachbarort.

Am nächsten Morgen war es fast windstill. Unter Motor beginnen wir die Fahrt entlang der Costiera Amalfitan nach Norden im Abstand von 100-200 m. Etwa 25 Meilen liegen vor uns. Es sind ein paar Schutzgebiete zu berücksichtigen. Ansonsten gibt es keine Probleme. Hinter Positano frischt der Wind auf, die Wolken verfliegen. Der Wind hat gedreht. Segel auf. Wir gleiten mit achterlichem Wind und Sonnenschein diese herrliche Küste hoch.

Italien Yachtcharter - Die Amalfiküste bei Capri

Italien Yachtcharter: Die Amalfiküste bei Capri

Es ist Vatertag. Um 9:00 knallen die Sektkorken. 6 Väter, 3 davon schon Großväter sind dazu autorisiert. Unseren Plan nach Capri zu fahren können wir nicht realisieren. Es ist Rolex Cup im Golf von Neapel. Alle Plätze sind belegt. Das stimmt uns nicht traurig, als wir hören, dass die Nacht 150 Euro gekostet hätte. Wir fahren weiter die Küste entlang in den Golf von Neapel.

Im Hafen von Sorrent können wir die Marina mit 250 Liegeplätzen (Hafenhandbuch) nicht lokalisieren. Auch sonst nichts geeignetes. Ebenso in Vico Equense. Wir fahren weiter bis Castellammare di Stabia. Nach der Hafeneinfahrt links (E) eine kleine, feine Marina. Wie immer nette Leute. Jedoch hätten wir vorher anrufen sollen. Macht aber nix . Wir können bleiben. Hafengebühr 40 Euro.

Nach dem Anlegen mit Achterleinen und Moorings geht es mit dem „Circumvesuvio“, der Bahn um den Golf von Neapel, nach Sorrent. Hin und Zurück etwa 3 Euro, Dauer etwa 15 Min. Empfehlenswerter Ausflug.

Das Abendessen bei Da Vittorio an der Strandpromenade in Castellammare di Stabia wird zum Erlebnis, da die Tochter eines unserer Mitsegler mit einem Neapolitaner verheiratet ist, und 11 Mann und Frau der Verwandschaft teilnehmen. Spät abends geht es noch aufs Schiff, wo bei neapolitanischen Waisen der Tag ausklingt.

Am nächsten morgen geht es, wieder mit dem Zug, nach Pompej. Dauert etwa zehn Minuten. Drei Stunden sollte man für den Besuch ansetzen, um das Allernötigste zu sehen. Wir waren am Freitag morgen da. Der Eintritt war frei. Wie überhaupt Rentner (über 65) überall freien Eintritt haben.

Um 13:30 legen wir ab. Ein achterlicher Wind um die 10-12 Knoten trägt uns durch die Bucht von Neapel zurück nach Procida (ca. 22 Meilen). Neapel und der Vesuv glänzen in der Sonne. Keine Wolke trübt das klare Bild. Der Wind hat Neapel entsmogt. Unser letzter Segeltag fast schon kitschig schön. Aber das haben wir uns als anständige Menschen verdient.

Um 17:00 legen wir wieder in Procida an. Die Rückgabe des Bootes erfolgt problemlos. Da Mariano hat geschlossen, also essen wir beim Nachbarn. Auch sehr gut. Mit dem Vernichten der Restbestände beenden wir den Tag. Am nächsten Morgen nehmen wir ein Taxi von der Marina zum Fähranleger. Absolut empfehlenswert. Ein Dreirad mit 7 Sitzen und Gepäckabteil. Bild anbei. Die Rückfahrt verläuft auf demselben Weg wie herwärts, und ebenso unproblematisch.

Fazit: Absolut empfehlenswertes Revier vor Juli und nach August für alle, die nicht nur Meilen knüppeln wollen. Ein Eldorado speziell für Verehrer der italienischen Küche, aber auch Kulturbeflissener und Liebhaber von „Landschaft“.

Klaus Röder

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