Sizilien Yachtcharter - Cefalu: Die malerischen Häuser sind umrahmt von sanften Hügeln

Schwertfisch vom Achterdeck

Sizilien ist eine Insel, die ich eigentlich nie wirklich für einen Urlaub in Erwägung gezogen hatte. Aber irgendwann schwärmte mir mein Freund Christian vom Segeln vor und wir beschlossen, einen Törn gemeinsam zu unternehmen. Gesagt, getan. Der Flug führte uns von Düsseldorf nach Catania zu Fuße des Ätna. Dann ging’s nach Cefalu, hier lag unser Boot, eine Bavaria 42, vor Anker. Die Crew trudelte im Laufe des Nachmittags ein und es stellte sich schnell heraus, dass alle aus dem gleichen Grund da waren, nämlich Spaß zu haben.

Sizilien Yachtcharter - Cefalu: Die malerischen Häuser sind umrahmt von sanften Hügeln

Sizilien Yachtcharter: Cefalu – Die malerischen Häuser sind umrahmt von sanften Hügeln

Nachdem alle an Bord waren, begannen wir einen Einkaufszettel für unsere große Reise aufzustellen. Neben Bier und Wein stand auf dem Einkaufszettel, zu meinem Erstaunen, sehr viel Gesundes. Da leider kein Taxi in Cefalu zu bekommen war, haben wir uns kurzer Hand entschlossen, zunächst ein paar Bierdosen auf dem Parkplatz des Supermercado zu leeren, und uns dann mit den Einkaufswagen quer durch die historische Altstadt zum Boot aufzumachen. Abends dann bei einem weiteren Bier lernte man sich schnell näher kennen und Skipper Piet diskutierte die Route.
Tag 1 bedeutete erst einmal Theorie. Kleine Knotenkunde und Aufklärung über Sicherheit an Bord. Leider hatten wir für neun Mann nur sechs Schwimmwesten, davon noch drei unter 55kg, aber wir wollten ja auch nicht untergehen. Dann wurde der Anker gelichtet und wir liefen aus aufs offene Meer. An der Küste entlang führte der Weg nach Santa Agata di Millitello. Ein kurzes Stück wurden wir dabei sogar von Schweinswalen begleitet. Jeder durfte mal ran und mit ein wenig “Schmiermittel” läuft’s nochmal so gut am Steuerrad. Die See war glatt wie ein Babypopo, deshalb konnten wir leider nur unter Motor fahren, nutzten die fehlenden Windstärken aber für ein Bad auf dem offenen Meer, ein Riesenspaß. Wir ankerten vor der Küste und erkundeten die Ortschaft mit dem Dinghy.
Am nächsten Morgen dann kamen Karl und Kordula ganz groß raus. Ein Frühstück wie im Luxushotel mit Joghurt und frischem Obstsalat. Ich konnte mich nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal soviel Vitamine gegessen hatte. Danach ging’s Richtung Lipari. Endlich unter Segeln. Bei Windstärke vier kreuzten wir durchs Mittelmeer und wurden schon ordentlich durchgeschüttelt. Eine Badepause in einer romantischen Bucht war inklusive. Das Dinghy wurde mit Motor versehen und ab ging’s Richtung Strand.

Sizilien Yacht Charter - In Panarea entdeckten wir eine Traumbucht und blieben die Nacht dort.

Sizilien Charter: Kommando Anker fällt – In Panarea entdeckten wir eine Traumbucht und blieben die Nacht dort.

Am späten Nachmittag liefen wir in den Hafen von Lipari ein und wurden erstmal ordentlich abgezockt. Eigentlich kostet das Anlegen hier nichts. Der Hafenwärter versuchte uns hingegen klar zu machen, das unsere Nachbarn auch gezahlt hätten und das wäre ja schließlich Grund genug. Also gaben wir seinem einäugigen Kumpel 15 Euro in der Hoffnung das wäre alles. Aber dann kam natürlich noch das Wasser hinzu – eine extra Leistung hier im Hafen. Also nochmal 15 Euro. Was soll’s, die Bordkasse war ja noch gut gefüllt. Außerdem entschädigte der Ausblick auf Schiff und Crew der neben uns liegenden Sealion für die exklusive Liegegebühr. Abends machten wir uns dann auf in die Stadt, um zu essen und ein wenig die Umgebung zu erkunden.
Am folgenden Morgen lichteten wir wieder die Anker und nahmen Kurs auf Panarea. Hier erwartete uns eine neue Traumbucht. Wir entschlossen uns für das Kommando “Anker fällt” und blieben die Nacht dort. Nebenan lagen ein paar Deutsche, dessen Dinghy inkl. Besatzung wir mit unserem aus “Seenot” retteten. Zum Dank war Weintrinken an Bord ihrer Yacht angesagt. Dann ging’s wieder zurück und wir grillten auf dem Achterdeck Schwertfisch. Dazu gab’s Pellkartoffeln und eine Ölsauce nach Piet’s Spezialrezept… Tonnen von Knoblauch, Öl und jede Menge Zwiebeln wurden gemixt und dienten dann als Sauce für die Kartoffeln. Vier von uns mussten dann an Deck schlafen…
Das nächste Etappenziel hieß Stromboli. Schon aus der Ferne rauchte der Vulkan kräftig. Von Zeit zu Zeit rumpelte es auch und neben weißem Rauch stieg auch noch schwarzer Qualm auf. Der Vulkan lebte. Auf dem Weg zum Stomboli segelten wir eine Mini-Regatta mit einer unbekannten Yacht. Wir kamen näher, doch leider war im Norden der Insel nicht genug Wind, so dass wir den letzten Teil unter Motor fahren mussten. Ansonsten, bin ich mir sicher, hätten wir die anderen verblasen.

Wir ankerten auf der Nordseite der Insel und fünf Crewmitglieder entschlossen sich für den Aufstieg zum Kraterrand. Es waren 1000 Höhenmeter und eine landschaftlich wunderschöne Strecke, aber auch anstrengend. Auf dem letzten Teil mussten wir auf allen Vieren kraxeln, dann der Kratergrat. Grandios, auf einem noch aktiven Vulkan zu stehen. Leider war der Wind dermaßen stark, dass wir gesandstrahlt wurden und man die Augen nicht öffnen konnte ohne jede Menge Lavastaub in den Augen zu haben. Die Kamera habe ich einfach draufgehalten und wir sind sofort wieder abgestiegen. Einen Ausbruch erlebten wir aber noch mit, leider nicht das Wetter, um dieses Naturschauspiel wirklich genießen zu können. Beim Abstieg erreichte uns die SMS, dass bei Windstärke sieben der Anker losgegangen sei und die restliche Crew sich für eine neue Ankerbucht entschieden hatte. Also ging die Suche nach dem Schiff los. Den Abend rundete dann ein warmes Bier an Deck ab.
Morgens war die Welt noch in Ordnung. Die Wolken über dem Stromboli hatten sich verzogen und wir frühstückten. Dann löste sich allerdings der Anker und wir trieben ab. Also Anker hoch, Motor an und ab ging die Reise. In der Hektik und wegen des noch immer vorhandenen Seegangs, flog das Frühstück erstmal quer durch den Salon. Jeder musste zusehen, wie er sein Frühstück bekam. Der Wind verließ uns dann aber sehr schnell und nach gut einer Stunde hieß es wieder Segel runter. Unter Motor erreichten wir Salina. Piets Lieblings-Insel. Er hatte zwar noch nie mehr als den Hafen gesehen, freute sich aber über das viele Grün, das man schon von hier an den Berghängen erkennen konnte.

Dann lief das Boot mit den Emanzen ein. Es war unser Schwesterschiff, das auch in der gleichen Zeit durch die Inselwelt kreuzte. Wir hatten schon viel über die Crew gehört, aber jetzt begegneten wir ihnen leibhaftig, spannend! Wir forderten sie zur Regatta aus und schmiedeten abends schon eine ganze Reihe Pläne, wie wir sie schlagen wollten.
Am nächsten Morgen dann die Ernüchterung. Die Mädels kniffen und liefen klammheimlich aus. Aus mit der Regatta. Nach einem Wahnsinns-Frühstück, bei dem Karl wieder alles gab und seine berüchtigten Pfannkuchen machte, motorten wir diesen Tag bis Cefalu zurück. Die längste Etappe mit gut neun Stunden. Dort angekommen übten wir dann noch Tanken, ankern und Deck schrubben, bevor sich der Urlaub dem Ende zuneigte.
Insgesamt wirklich eine geniale Zeit. Vor allem dank der Crew und Skipper Piet. Wir haben viel gelacht und eine Menge Lieder gebrüllt. Stellvertretend sei hier nur “Hey Baby”, Hans Albers und Eros Ramazotti erwähnt. Auch wenn die Dusche immer kalt und eng, der Kühlschrank so gut wie nie kalt und die Kojen sehr eng waren, gab’s eine Menge toller Momente! Die Mischung der Strecke und das entspannte Zusammenleben an Bord bedeutete einen ganz besonderen Urlaub!

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