Bootscharter Mallorca: Ibiza bietet noch ursprüngliche Felsen

Go west: Wochentörn von Mallorca nach Ibiza, Formentera, Cabrera

Unser erster Törn des Jahres führt uns im März auf die Balearen. Von unserer Charterbasis in Palma aus wollen wir diesmal den Westen erkunden: Ibiza, Formentera und das kleine Archipel Cabrera. Das Wasser ist noch kalt, aber die Sonne lacht bereits von einem strahlend blauen Himmel. Nach einem kurzen Flug mit AirBerlin und schnellem Transfer mit dem Taxi vom Flughafen Palma de Mallorca zum Hafen in Palma empfängt uns Christine, die Mitarbeiterin unseres Vercharterers, auf dem Steg der Muelle de la Lonja wie gute alte Bekannte. Da sich die gecharterte Oceanis 361 derzeit noch in Barcelona befindet – es ist März und die Saison hat eigentlich noch gar nicht wirklich begonnen – erhalten wir eine Oceanis 393 mit Namen Daiquiri.

Bootscharter Mallorca: Ibiza bietet noch ursprüngliche Felsen

Bootscharter Mallorca: Ibiza bietet noch ursprüngliche Felsenbuchten

Wir hätten auch eine 411 segeln können, haben aber aufgrund der deutlich höheren Hafengebühren gerne darauf verzichtet. Während sich Marc, Dietmar und Jürgen unterstützt von einer Mitarbeiterin der Charter-Basis um die Beschaffung der Verpflegung kümmern, übernehmen Mike und ich das Schiff. Diesmal haben wir fest vor Ibiza und Formentera zu besuchen. Um 15 Uhr sind wir endlich soweit und legen zu einem kurzen Schlag Richtung Puerto Adriano im Süd-Westen von Mallorca ab. Nachdem wir uns im Hafen von Palma unter Maschine mit Daiquiri vertraut gemacht haben, setzen wir die Segel und verbringen die ersten schönen Segelstunden bei süd-östlichen Winden um 4 Bft. Bereits nach gut 2 Stunden haben wir Puerto Adriano erreicht und sind mit dem Schiff, dem Wetter und uns rundum zufrieden. Als krönenden Abschluss des Tages serviert Marc superfrischen Fisch.

Heute nun endlich soll es nach Ibiza gehen. Gleich morgens früh um 08.30 Uhr wird abgelegt. Der Wind schwächelt etwas und wir müssen unseren guten Rudolf Diesel um Unterstützung bitten. Mittags haben wir endlich den lang ersehnten Wind aus West-Nordwest mit 4 bis 5 Beaufort. Alle sind begeistert von den guten Segeleigenschaften unserer Daiquiri. Glücklicherweise haben wir anstelle des heute meist eingebauten Rollgroßsegels ein Lattengroß, welches ausgezeichnet steht. Nach nur 10 Stunden und fast 60 Seemeilen machen wir im Yachthafen von Santa Eularia fest. Die Marina liegt im Nordosten von Ibiza und bietet sich somit optimal als erstes Ziel nach einer Überfahrt von Mallorca an. Sie bietet alle notwendigen Möglichkeiten zur Versorgung. Der Hafen ist bei Beachtung der Untiefe “Losa Santa Eularia” einfach anzusteuern.
Tags darauf geht es weiter nach Ibiza-Stadt. Bei starkem Wind aus West-Südwest und Sonnenschein erleben wir einige sehr schöne Segelstunden. Die Nacht wollen wir in Ibiza Stadt verbringen und wählen die Marina Ibiza-Nueva aus. Die Gastliegeplätze sind bei süd-westlichen Winden leider absolut ungeschützt und dadurch sehr unruhig. Beim nächsten Mal würden wir wohl eher die angrenzende Marina Botafoch auswählen. Auch wenn man dann einen etwas längeren Fußmarsch zur Stadt in Kauf nehmen muss. Den Nachmittag verbringen wir mit einer ausgiebigen Erkundung der Altstadt. Bei sommerlichen Temperaturen klettern wir auf das Kastell und genießen die wunderbare Aussicht. Auf unserem Rückweg durch die verwinkelten Gassen stellen wir fest, dass viele Geschäfte und Restaurants im März noch geschlossen sind.

Charter Mallorca: Blick von Formentera nach Espalmador und Ibiza

Charter Mallorca: Blick von Formentera nach Espalmador und Ibiza

Frischen Fisch können wir trotz intensiver Suche leider nicht erstehen. In einem größeren Supermarkt wird uns für den darauf folgenden Morgen ab 9 Uhr eine Lieferung in Aussicht gestellt. Marc und Jürgen machen sich also gleich morgens auf zum Supermarkt und erstehen in der Tat fangfrischen Fisch für unser Abendessen. Nun geht es aber erstmal weiter nach Formentera. Auch heute müssen wir anfangs die Maschine einsetzen. Erst ab 11 Uhr frischt der Wind auf und beschert uns erneut wunderbare Segelstunden. Wir passieren die Meerenge zwischen der Isla Espalmador und den Ibiza vorgelagerten Felsen. Kurz vor 13 Uhr fällt bereits westlich des Hafens Sabina (Marina Formentera) unser Anker. Den Nachmittag nutzen wir ausgiebig für Schlauchbootfahrten und erkunden den nord-westlichen Zipfel von Formentera. Die karge Felslandschaft und blühende Blumenfelder bilden einen einzigartigen Kontrast.
Nachdem wir unseren Fisch verzehrt haben, heißt es gegen 19 Uhr bereits wieder Anker auf mit Ziel Cabrera. Die Strecke von gut 80 Seemeilen wollen wir diesmal nachts bewältigen. Als wir gegen 20 Uhr erneut die Meerenge von Espalmador passieren, ist es bereits dunkel. Der nächste Morgen empfängt uns wieder mit viel Sonne und so machen wir bereits um 10 Uhr an einer Boje im Puerto de Cabrera fest. Die Inselgruppe Cabrera ist ein einzigartiges Naturschutzgebiet. Für die Übernachtung benötigt man ein gültiges Permit, welches üblicherweise auf Wunsch vom Vercharterer besorgt wird. Wir verbringen den Tag mit Wanderungen zur Burgruine und sogar zum Leuchtturm auf der Südwest-Spitze von Cabrera. Danach geht es bei fast 16 Grad Wassertemperatur zum Abkühlen ins Meer.
Am nächsten Morgen staunen wir nicht schlecht, als außer Nebel nichts mehr zu sehen ist. Trotzdem machen wir uns auf unser nächstes Ziel Puerto Petro anzulaufen. Dank GPS und Kartenplotter auch kein Problem. Der Nebel bleibt uns mehr oder weniger den ganzen Tag erhalten. Mittags in Puerto Petro kommt mal kurz die Sonne durch. Erstaunlicherweise haben wir trotz Nebel genügend Wind zum Segeln. Als wir Abends in La Rapita einlaufen, hat sich der Sicht wieder sehr verschlechtert, so dass wir die Hafeneinfahrt erst in letzter Sekunde auszumachen können. Dafür entschädigt uns der letzte Tag wieder mit gleichmäßigem Wind und viel Sonne.
Auf unserem Rückweg nach Palma machen wir erst mal einen Abstecher zu der berühmten Cala Pi, eine der wohl schönsten Ankerbuchten der Balearen. Die Sonne verführt uns mal wieder zu einem kleinen Sprung in das doch noch recht kalte Wasser. Nachdem wir unsere Daiquiri in der Bucht von Palma noch ausgiebig vom Schlauchboot aus fotografiert und gefilmt haben, legen wir wieder wohlbehalten und äußerst zufrieden in unserem Ausgangshafen in Palma an. Zur Begrüßung erhalten wir von Christine und Ihrer Mannschaft eine eisgekühlte Flasche Sekt. Nach einer unkomplizierten Übergabe reserviert uns Christine für den Abend einen Tisch im nahe gelegenden Fischrestaurant und bestellt zudem noch für den nächsten Morgen zwei Taxis. Wir sind begeistert über den ausgezeichneten Service der Charterbasis, den guten Zustand der Schiffe, die komplette Ausstattung, das Revier und sind sicher: Hier kommen wir noch mal her!
Die Crew: Dietmar Konermann, Marc Ziervogel, Jürgen Rütten, Wolf Ortlinghaus (Skipper), Mike Hartmann
SEGEL-KAMERADSCHAFT UNTERBACHER SEE e.V.

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